Jeder hat davon gehört und sie ist jedem ein Begriff. Es gibt wohl niemanden der nicht weiß, was Luftfeuchtigkeit ist, die Betitlung ist ja selbsterklärend und dennoch wissen die meisten nicht viel über sie.

Für die meisten Personen erklärt sich Luftfeuchtigkeit und wie man diese senken kann, so:

Die Luftfeuchtigkeit steigt, wenn es regnet, jemand kocht, jemand duscht oder die Wäsche zum Trocknen aufgehängt ist. Luftfeuchtigkeit senken kann man, indem man das Fenster öffnet und ausgiebig lüftet.

Nein! Oder eher Jain, denn diese Dinge können stimmen, müssen es aber nicht.

Aber fangen wir von vorn an, nämlich in welchen Zimmern welche Luftfeuchtigkeit herrschen sollte.

Kinderzimmer, Schlafzimmer, Flur sowie Wohnräume und Arbeitsräume sollten nicht weniger als 40% Luftfeuchtigkeit besitzen, aber auch keine höhere Luftfeuchtigkeit, als 65% haben. Räumlichkeiten wie Badezimmer, Küche und Keller haben in der Regel etwa 50 bis 70 % Luftfeuchtigkeit. In diesen Räumen ist es also okay, wenn die Luftfeuchtigkeit höher ist.

Wenn es um die Gesundheit geht, liegt die ideale Luftfeuchtigkeit in Räumen bei 50%. Wichtig ist es darauf zu achten, dass die Luftfeuchtigkeit nicht unter 30% fällt und nicht über 80 % steigt, denn diese Werte sind nicht gut für die Gesundheit und können sich zum Beispiel auf die Lunge legen.

Ein Irrglaube ist, dass Schimmelpilze erst ab 80% Luftfeuchtigkeit zu wachsen beginnen und nur deshalb die Feuchtigkeit niedrig gehalten werden soll. Das ist aber falsch, es gibt einige Schimmelpilzarten, welche bereits bei deutlich geringerer Luftfeuchtigkeit zu wachsen beginnen. Hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit fördern aber den Schimmelpilzwuchs stark und können die Ursache aber auch nur eine Begünstigung für Schimmel im Haus sein.

Eine einfache Regel gibt eine gute Orientierung für die richtige Luftfeuchtigkeit, insbesondere in Betrachtung der „Von – bis“ Angaben, denn: Umso geringer die Außentemperatur ist, umso geringer sollte die Luftfeuchtigkeit im Raum sein. Umso höher die Außentemperatur ist, umso feuchter darf auch die Luft im Inneren sein. Schwanken also die Werte, kann man den Idealwert auch etwas an den Außentemperaturen ausmachen.

Im Inneren entsteht dadurch die Regel: Umso wärmer die Raumtemperatur, umso niedriger ist die ideale Luftfeuchtigkeit. Umso niedriger die Raumtemperatur ist, umso feuchter darf die Luft sein.

Man sollte sich hierbei aber am besten an ein Messgerät der Luftfeuchtigkeit richten, denn eine höhere oder geringere Luftfeuchtigkeit kann auch die Temperaturen anders empfinden lassen. Das ist auch häufig vor Gewittern so, wenn der Luftdruck und die Luftfeuchtigkeit sich verändert, man es aber dennoch als drückend warm empfindet. Umso feuchter die Luft ist, umso wärmer empfinden wir die Umgebung.

Es sollte aber nicht versucht werden, den höchsten oder niedrigsten Idealwert auf Dauer zu erreichen, denn diese können über die Zeit hinweg gesundheitsschädigend sein, da sie Minimum- und Maximumwerte sind (richtig messen). Ideal ist es zu versuchen, die Luftfeuchtigkeit irgendwo dazwischen einzupendeln und zu versuchen, die Luftfeuchtigkeit nicht zu sehr schwanken zu lassen.

Aber wie ist das denn nun, wenn die gemessene Luftfeuchtigkeit zu hoch oder zu niedrig ist?

Lüften:

Richtiges Lüften ist wichtig für die Regulierung der Luftfeuchtigkeit. Nicht immer hilft es, dennoch ist es wichtig falsches Lüften zu vermeiden.

Angekippte Fenster sorgen nur für wenig Frischluft und einen schlechten Luftaustausch. Besser ist es, das Fenster so weit es geht zu öffnen. Wenn es möglich ist, sollten mehrere Türen und Fenster in den Räumlichkeiten des Wohnobjektes geöffnet sein. Am vorteilhaftesten ist es dabei quer zu lüften, also immer zwei Fenster zu öffnen, die sich gegenüberliegen, denn so kann ein guter Durchzug entstehen.

Wann gelüftet werden sollte, ist teilweise abhängig von der Jahreszeit und dem Wetter. Wenn es regnet oder direkt, nachdem es geregnet hat, sollte man nicht lüften, wenn man eine geringere Luftfeuchtigkeit wünscht. Grund: Zu dieser Zeit herrscht draußen eine oft sehr hohe Luftfeuchtigkeit.

Im Sommer ist es am besten, morgens oder abends zu lüften, denn dann ist die Luftfeuchtigkeit in Form von Tau aus der Luft entwichen und entsprechend trockener als am Tag.

Die Luftfeuchtigkeit ohne Lüften senken:

Nicht immer ist Lüften möglich oder sinnvoll, um damit die Feuchtigkeit der Raumluft zu senken. Nämlich dann, wenn kein Fenster vorhanden ist oder es regnet.

Dennoch kann es nötig sein, die Luftfeuchtigkeit zu regulieren.

Wenn Lüften keine Alternative ist, kann ein Luftentfeuchter dienlich sein. Ein Luftentfeuchter ist ein Gerät, welches die Raumluft einsaugt, sie filtert, Feuchtigkeit auffängt und die trockene Raumluft wieder ausstößt. Ein solches Gerät kann allgemein die Luftfeuchtigkeit senken, aber vor allem auch dann hilfreich sein, wenn dringend die Feuchtigkeit aus der Luft gefiltert werden soll. Das kann zum Beispiel dann sein, wenn Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten stattgefunden haben. So wird die Luft dank des Luftentfeuchters erträglicher gemacht. Zusätzlich trocknet auch das verwendete Material schneller aus – zum Beispiel der Putz, die Farbe oder der Mörtel. Bei manchen Baumaterialien sollte man aber darauf achten, dass die Luft und somit das Sanierungs- oder Renovierungsmaterial nicht zu schnell getrocknet werden.

Vor dem Kauf sollte man sich aber unbedingt beraten lassen oder zumindest selbst recherchieren, was für Geräte derzeit auf dem Markt sind und welche Vor- und Nachteile sie haben.

Besonders dann, wenn die regelmäßige Verwendung eines Luftentfeuchters nötig ist – zum Beispiel, wenn der Keller immer feucht ist, sollte das Gerät energiesparsam sein. Auch die Menge der Luftfeuchtigkeit spielt eine Rolle. Vor allem bei Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten kann schnell eine beträchtliche Menge an Feuchtigkeit zusammenkommen. Entsprechend groß sollte auch der Auffangbehälter sein, indem die Feuchtigkeit sich sammelt. Alternativ muss der Behälter häufiger entleert werden.

Auch die Lautstärke kann von Bedeutung sein, denn in manchen Gegenden oder Räumen spielt die Lautstärke keine oder nur eine kleine Rolle. Steht das Gerät aber in der unmittelbaren Nähe des Schlafzimmers oder Kinderzimmers, ist ein lautstarkes Gerät eher nicht das richtige.

Alternativen zur Luftentfeuchtung ohne elektrische Geräte und Lüften.

Wenn lüften nicht möglich ist und aus verschiedenen Gründen ein elektrischer Entlüfter auch nicht infrage kommt, gibt es weitere Möglichkeiten um die Luft zu entfeuchten.

Es gibt Materialien, die Feuchtigkeit aus der Luft absorbieren. Zu diesen zählt Salz ebenso wie Katzenstreu. Das heißt nicht, dass überall Salz hingestreut werden soll oder lauter Katzennäpfe aufgestellt werden müssen, aber kleine Schüsseln mit dem absorbierendem Material zu befüllen und in der Wohnung oder im Haus verteilt aufzustellen, kann die allgemeine Luftfeuchtigkeit senken. Viele kennen die Methode der Lufttrocknung mit Salz bereits aus dem Auto. Dort wird häufig besonders im Winter mit Salz entfeuchtet, um das Festfrieren von innen zu vermeiden.

Wen es optisch stört überall die kleinen Schüsseln mit Katzenstreu oder Salz herumstehen zu haben, kann sie auch dekorieren. Die Oberfläche sollte nur nicht zu stark bedeckt sein, damit der Sinn und Zweck der Schüsseln nicht verloren geht.

Wie kann man Luftfeuchtigkeit erhöhen?

Manch einer mag sich jetzt denken: Wieso sollte man die Luftfeuchtigkeit erhöhen wollen? Ganz einfach, weil zu trockene Raumluft genauso ungesund ist wie zu feuchte Luft. Zu trockene Luft kommt aber seltener vor als zu feuchte. Sie tritt hauptsächlich dann auf, wenn im Winter die Heizung eingeschaltet ist. Diese trocknet die Luft dann aus. Oftmals äußert sich das bei uns Menschen mit juckender, brennender und trockener Haut und kratzendem Hals. Allerdings hilft es in Hinsicht auf trockene Luft im Winter auch kaum zu lüften, denn die kalte Winterluft ist oft noch trockener als die Raumluft.

Um die Feuchtigkeit im Raum etwas zu erhöhen, kann man wie folgt vorgehen:

Wie es einen Luftentfeuchter gibt, gibt es auch einen Luftbefeuchter. Diese Geräte funktionieren häufig ähnlich wie ein Ventilator und können im Sommer sogar für ein kühleres Raumklima sorgen. Dabei fügt man ihnen in ihren Tank Wasser oder Eiswürfel ein und stellt sie an. Raumbefeuchter blasen dann die feuchte Luft in den Raum und erhöhen damit die Luftfeuchtigkeit. Man sollte auch bei diesen Geräten Punkte wie Energieverbrauch und Tankgröße als Kaufkriterium nehmen.

Die Heizung niedriger stellen ist eine weitere Möglichkeit. Zwar ist sehr kalte Luft ebenso trocken wie sehr warme Heizungsluft. Heizungsluft, die nicht „zu warm“ ist, ist aber durchaus fähig ein wenig Luftfeuchtigkeit zu enthalten.

Wenn es mit Reduzierung der Heizungswärme zu kalt im Raum wird, können auch Schälchen mit Wasser aufgestellt werden. Hierbei sollte aber nicht übertrieben werden, um die Luftfeuchtigkeit nicht gleich zu sehr zu erhöhen. Besser ist es nach und nach mehr aufzustellen, wenn es anfangs zu wenige Wasserquellen sind. Am effektivsten ist es, die Schälchen in Heizungsnähe zu stellen, da dort die Verdunstung am effektivsten stattfindet.

Wenn noch Wäsche getrocknet werden muss, kann diese im Raum aufgehängt für das Ansteigen der Luftfeuchtigkeit genutzt werden. Hierbei steigt die Feuchtigkeit der Raumluft aber recht schnell, sodass man beobachten sollte, dass die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch wird. Reicht das Trocknen der Kleidung nicht, kann diese alternativ auch noch gebügelt werden, wenn sie bügeltrocken ist. Auch hier findet eine vermehrte Verdunstung statt.