Wir alle wollen uns in unseren vier Wänden wohlfühlen. Ob man sich gut fühlt oder nicht, ist von vielen Faktoren abhängig. Einer davon ist die Raumtemperatur und damit auch die Regelung von dieser.

Während früher noch Ofenheizung eine wohlige Wärme in die Häuser gebracht hat, übernehmen heute moderne Heizungsanlagen diese Aufgabe. Ein großer Vorteil ist dabei, dass weder Holz und Kohlen geschleppt werden müssen, noch früh am Morgen der Hintern kalt bleibt, bis der Ofen ordentlich heizt.

Oft wissen wir aber über unsere Heizungen viel weniger als wir sollten. Für die meisten, auch für mich früher, war es selbstverständlich: Heizung aufdrehen und schon wird es warm! Aber ein Heizungsthermostat ist viel mehr als nur ein Ventil, welches man einfach Auf- und Zudrehen sollte, wie es beliebt. Es ermöglicht das Heben und Senken der Raumtemperatur, wird es aber falsch bedient, kann das nicht nur zu Luftfeuchtigkeitsproblemen kommen, sondern auch zu einem hohen Energiebedarf.

So funktioniert ein Thermostat:

Moderne Heizungen bieten den Vorteil, dass für jeden Raum eine individuelle Einstellung des Thermostats vorgenommen werden kann. Im Schlafzimmer mögen es die meisten kühler, das Wohnzimmer dagegen soll stets angenehm warm sein, und im Bad wird häufig nur vor dem Duschen oder Baden vermehrt geheizt.

Das Thermostat misst dank eines Temperaturfühlers die umgebende Raumtemperatur und regelt dann je nach Einstellung, den Durchfluss des Heizwassers. Der Heizkörper erhitzt sich und wärmt die Raumluft. Wird die gewünschte Temperatur erreicht, wird der Heizwasserdurchfluss wieder herunter geregelt, damit die Raumtemperatur konstant bleiben kann. Das ist wichtig für ein gesundes Raumklima.

Deshalb befinden sich auf einem Thermostat Stufen anstatt Temperaturen:

Warum nur Stufen auf einem Thermostat stehen, hat sich vermutlich schon fast jeder gefragt, immerhin wären Temperaturen so viel eindeutiger. Dass es ist, wie es ist, ist aber auch ganz einfach. Die Platzierung des Heizkörpers und die direkte Umgebung des Thermostats spielen eine Rolle. Ist der Temperaturfühler durch eine Gardine zugehängt oder steht eine Couch unmittelbar vor dem Heizkörper, kann sich ein Wärmestau entwickeln, der dem Heizkörper vermittelt, dass im Raum eine höhere Temperatur herrscht, als es wirklich der Fall ist. Die Stufen sind deswegen eher eine Orientierung, die eher für einen Temperaturbereich stehen, anstatt einer tatsächlichen, festgelegten Gradzahl.

Hohes Aufdrehen hilft nicht schneller den Raum aufzuheizen:

Verschiedene Heizverhalten sind ein Irrglaube. Dazu zählt auch die Heizung einfach auf eine hohe Stufe zu stellen, damit der Raum sich rasch aufheizt. Ein Thermostat ist kein Wasserhahn, es lässt nicht mehr Heizwasser durch, nur weil es höher eingestellt ist. Der Heizwasserdurchfluss ist der gleiche, aber er wird auf einer niedrigen Stufe eher herunter geregelt als bei einer höheren Stufe.

Das heißt, wenn auf Stufe 3 die Raumtemperatur von 20 Grad nach 15 Minuten erreicht ist, dann ist auf Stufe 5 die Raumtemperatur nach 15 Minuten ebenfalls 20 Grad. Aber anstatt sich dann auszuschalten, da die richtige Temperatur für Stufe 3 erreicht ist, heizt die Heizung bei Stufe 5 weiter, weil für diese die richtige Temperatur noch nicht erreicht ist.

Abdrehen des Thermostats bei Abwesenheit:

Ein weiterer Glaube von vielen Menschen ist es, dass es sinnvoll ist, die Heizung herunterzuregeln, wenn sie für eine längere Zeit aus dem Haus gehen – etwa Freunde besuchen oder auf Arbeit.

Ob es wirklich so sinnvoll ist, kann man nicht ganz pauschal sagen, denn das ist teilweise von der Raum- und Außentemperatur abhängig, aber auch von dem Gebäude selbst.

Generell lässt sich sagen, dass, umso wärmer es im Raum ist, die Wärme umso schneller wieder entweicht. In dieser Hinsicht ist es also richtig, dass weniger Energie verschwendet wird, wenn die Temperatur niedriger ist, da die Wärme auch langsamer entweicht. Ob es aber wirklich sinnvoll ist die Heizung herunterzuregeln, ist abhängig vom Gebäude. Ist das Haus schlecht gedämmt, was besonders bei alten Gebäuden der Fall ist, dann ist es sinnvoll das Thermostat herunterzudrehen, da sonst viel Energie nach Außen entweicht. Wenn eine gute Dämmung vorhanden ist, weicht entsprechend weniger Wärme nach Außen. Ist die Abwesenheit nicht allzu lang ist es dann nicht unbedingt nötig, die Heizung auf eine niedrigere Stufe zu stellen.

Bei einer Abwesenheit, die länger als 5 Stunden andauert, ist es in den meisten Fällen sinnvoll, nicht so stark zu heizen. Niedriger als Stufe 1 sollte aber nicht gestellt werden, da sonst die Räumlichkeiten zu sehr auskühlen.

Daran merkt man, dass ein Thermostat defekt ist:

Man sagt zwar, dass ein Thermostat nach 15 Jahren ausgetauscht werden sollte, aber nur weil es so alt ist, muss es nicht kaputt sein. Bleibt die Heizung aber immer gleichbleibend heiß oder kalt oder lässt sich das Thermostat nur noch schwer regeln, sollte es ausgetauscht und ersetzt werden. Hierbei muss nicht mal der Mieter seinen Vermieter um die Erlaubnis bitten. Es kann sogar jeder Mieter programmierbare Thermostate einbauen, wenn er das möchte. Will man aber nur das defekte Thermostat gegen ein einfaches, neues Thermostat eintauschen, sollte der Vermieter darüber informiert werden, denn dieser ist eigentlich dazu verpflichtet für einen Tausch zu sorgen, ohne den Mieter mit den Kosten zu belasten. Tauscht der Mieter ungefragt die Thermostate aus, ist er nicht dazu berechtigt, den Vermieter im Nachhinein für eine Kostenerstattung anzuzählen.

So funktionieren programmierbare Thermostate:

Programmierbare Thermostate übernehmen quasi alles selbst, wenn sie einmal programmiert und angebracht sind. Sie regulieren die Stufen soweit hoch oder runter wie sie eingestellt sind – und das sogar zur einprogrammierten Zeit. Für jede Heizung können bestimmte Zeiten und Stufen gewählt werden. So muss man nicht mehr selbst hoch- und herunter regeln und kann es auch nicht mehr vergessen. Besonders vor dem Schlafen stellen die wenigsten die Heizung auf eine niedrigere Stufe, obwohl es Energie sparen könnte.

Manche programmierbare Thermostate sind dank W-LAN oder Bluetooth sogar über Apps regulier- und programmierbar. Dabei können sogar für jeden einzelnen Wochentag einzelne Programmierungen vorgenommen werden.

Vorteile von programmierbaren Funkthermostaten:

Mit programmierbaren Thermostaten kann das perfekte Raumklima für die eigenen Bedürfnisse geschafft werden. Zu bestimmten Zeiten an bestimmten Tagen werden bestimmte Temperaturen erreicht, ohne das man etwas dafür tun muss. Nichts kann vergessen werden. Zusätzlich wird durch das vollkommen ausnutzbare Heizspektrum auch Energie gespart, da die Heizungen nicht vorzeitig hoch geregelt werden müssen und nicht später als nötig herunter geregelt werden.

Ganz moderne Thermostate können sogar erkennen, wenn das Fenster geöffnet ist. In diesem Fall regelt sich die Heizung automatisch runter, sodass sie durch die eindringende kalte Luft nicht unnötig heizt.

Programmierbare Thermostate kaufen:

Die Auswahl an programmierbaren Thermostaten ist groß, denn besonders in den letzten Jahren fand eine starke Weiterentwicklung statt. Je nachdem was das Thermostat alles können soll und welche Ansprüche man stellt, sind die Kosten auch sehr unterschiedlich. Generell beginnen die preiswertesten programmierbaren Thermostate bei etwa 20 Euro, aber wenn die Ansprüche hoch sind und das Thermostat quasi alles können soll, was derzeit möglich ist und dann auch nicht vom günstigsten Hersteller stammen soll, dann kann man schnell einen dreistelligen Betrag ausgeben.

Prinzipiell sollte auf die Sinnhaftigkeit verschiedener Funktionen im Bezug auf die eigenen Bedürfnisse und Möglichkeiten ein Auge geworfen werden. Ohne W-Lan und App-fähigem Gerät wird auch kein Thermostat mit App-Funktion benötigt. Und wenn der Tagesablauf jeden Tag gleich ist, muss das Thermostat auch keine aufwendige, detaillierte Programmierfunktion haben. Solche Funktionen machen oft die Bedienung unnötig schwerer, obwohl sie nicht nutzbar sind.

Generell lässt ist anzuraten sich in einem Geschäft von einem Facharbeiter beraten zu lassen, wenn man sich unsicher ist. Lohnenswert kann ein programmierbares Thermostat immer sein.